Grand Bassin & Trou aux Cerfs

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Nach meinen ersten Erfahrungen und meiner ersten Zusammenkunft mit der faszinierenden Unterwasserwelt von Mauritius, geht es heute wieder etwas mehr ins Landesinnere. Mein heutiges Ziel ist der Krater „Trou aux Cerfs“ und anschließend „Grand Bassin“, eine hinduistische Tempelanlage mit einer einmaligen Historie.

Auch heute würde ich mir wünschen, ich würde südlicher Leben, denn Port Louis in den Morgenstunden zu passieren ist teilweise eine wahre Geduldsprobe. Dennoch gewöhnt man sich daran und die Planung wird auch dementsprechend angepasst. Auf dem Weg nach „Trou aux Cerfs“ durchqueren wir Curepipe, die größte Stadt im Landesinneren. Generell genieße ich diese Autofahrten, da sich das Mosaik „Mauritius“ besonders durch diese kleinen und doch sehr präsenten Teile erst vervollständigt. Die Menschen, die Gebäude, der Verkehr, die kleinen Verkaufsstände und vieles mehr sind ein substantieller Bestandteil und sollte angesichts der „touristischen Attraktionen“ nicht zur Seite geschoben werden. Curepipe liegt auf einer Hochebene im Zentrum der Insel, der erloschene Krater „Trou aux Cerfs“ inmitten dieser. Der Weg dorthin ist problemlos mit dem Auto möglich, lediglich ein zweiminütiger Fußmarsch ist erforderlich um den Ausblick zu genießen. Wer nun damit gerechnet hat auf steiniges, schwarzes Vulkangestein und möglicherweise noch etwas Lava zu treffen, ist leider auf dem „steinigen Holzweg“. Durch Jahrhunderte und vermutlich noch mehr, hat sich eine üppige Vegetation diesen Krater zur Heimat gemacht. Zwar ist die Kraterform klar erkennbar, doch ansonsten erinnert beinahe nichts an die Gefahren, welcher dieser Vulkan einst barg. „Trou aux Cerfs“ präsentiert sich in verschiedenen Grüntönen der Bäume, Gräser und Büsche und ist heute Nährgrund für dieses Leben. Trotz des einzigartigen Anblicks sollte man den Blick um sich herum nicht vergessen. Eine Sicht über Curepipe bis hin zur Westküste und noch weiter raubt einem den Atem. „Trou aux Cerfs“ kann umwandert werden oder man kann sogar etwas absteigen. Dazu empfiehlt es sich jedoch einen ortskundigen Fremdenführer zu haben. Nach der vollständig geänderten Vorstellung eines Vulkankraters kann die Tour Richtung „Grand Bassin“ weiter gehen. Auf dem Weg dorthin gelangen wir noch an „Mare aux Vacoas“ vorbei, welches das größte Trinkwasserreservoir auf Mauritius ist, umrahmt von einer überraschend farbenfrohen Landschaft. Während der Fahrt kann ich mich auch etwas entspannen und schreiben, als sich plötzlich eine riesige Statue am Horizont erhebt. Der hinduistische Hauptgott „Lord Shiva“ ragt in eine imposante Höhe von rund 33m und scheint einen zu „Grand Bassin“ willkommen zu heißen. Derzeit wird auch seine Frau „Parvati“ auf der anderen Straßenseite, in ebenso imposanter Größe erbaut. Ein Halt ist unumgänglich und die Größe wirkt auf mich erst richtig als ich am Fuß Gott Shivas stehe; eine architektonische Meisterleistung. Etwa 2 km weiter gilt es dann, den Heiligen See „Grand Bassin“ zu bestaunen. „Grand Bassin“ soll unterirdisch mit dem Ganges in Indien verbunden sein. So heilig der Ganges für die Hindus in Indien ist, so heilig ist auch „Grand Bassin“ für die Hindus in Mauritius, welche rund 50% der Bevölkerung ausmachen. Der Legende nach soll Shiva auf seiner Reise um die Welt, Wasser des Ganges mit sich getragen haben und bei seinem Halt auf Mauritius ein paar Tropfen des heiligen Wassers verschüttet haben. Die Tempelanlage ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Die Statuen der hinduistischen Gottheiten thronen auf dem Wasser und im Tempel, farbenprächtig und ehrwürdig. Die toleranten Hindus heißen Besucher herzlichst Willkommen. Umso mehr sollte ihre Religion und Kultur geachtet werden, beim Betreten des Tempels die Schuhe auszuziehen und Zeremonien nicht unachtsam und penetrant abzulichten. Die Tempelanlage ist besonders den Religion- und Kulturinteressierten zu empfehlen, wobei sich der Besuch meiner Ansicht nach auch generell rentiert. Die Liebe zum Detail, die zahlreichen Gläubigen, liebevoll geschmückte Opfergaben aus Früchten und Blumen und die Gastfreundlichkeit sind eine Erfahrung wert und ich möchte diese definitiv nicht missen. Ein weiterer Aspekt der Trauminsel Mauritius, abseits der weltbekannten Traumstrände. Einfach unvergesslich!

Mehr Fotos hier: http://www.flickr.com/photos/105482963@N07/sets/72157637948585113/
http://www.flickr.com/photos/105482963@N07/sets/72157637948585143/

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